Waldkunstprojekt am Spessartbogen

"WEGZEICHENFORMEL"

Standort:            Nähe Spechtehütte bei Schlüchtern-Hohenzell

Google Maps:     50°18'39.3"N 9°33'15.9"E

Temporäre Baumbemalung mit Kalkfarbe

Ausdehnung in Meter ca. L.100 x B.30 x H. 6m

Hier gehts zur Mediahek: Video 44:26 Min. "Aus Liebe zum Spessart"


KONZEPTIDEE UND VISUALISIERUNG:

Bei der Annäherung des Betrachters an das Waldkunstareal ist die Bemalung schon aus einiger Entfernung zu sehen.  Wahrnehmbar sind zuerst nur verschieden große Baumbemalungen, die willkürlich gesetzt erscheinen. Der Sinn bleibt dem Betrachter aber noch verborgen. Die scheinbare Zusammenhanglosigkeit der Bemalung wirkt zunächst abstrakt und gibt Rätsel auf. Die Betrachter werden durch Standortveränderungen zu ständigen Perspektivwechseln angeregt. Erst mit der Annäherung des Betrachters auf den Punkt der Zentralperspektive verdichten und überlagern sich die Bemalungen zunehmend. Ein fest installierter Sitzplatz erleichtert des Rätsels Lösung. Aus dieser zentralen Perspektive erschließt sich das Gesamtkunstwerk der Baumbemalungen als zusammenhängendes Bildmotiv.

INSPIRATION:

Inspiriert von den einfachen Wegzeichen für Wanderer und den Forstzeichen der Waldwirtschaft wurden unterschiedliche Motive entwickelt. So bildeten einfache Forstmarkierungen wie Parallelstriche, Pfeile, Haken und Ziffern sowie die Buchstaben und grafischen Symbole der Wanderzeichen, die Basis für den künstlerischen Prozess die Bildmotive weiter zu entwickeln. Für den jeweils ausgewählten Waldbereich entstand ein Bildmotiv mithilfe der Fotomontage. Die Umsetzung erfolgte dann auf dieser Grundlage.

MOTIV:  „WEGZEICHENFORMEL“

Die Baumbemalung am Spessartbogen bei Schlüchtern-Hohenzell besteht aus klein- und großflächigen Kalkanstrichen in weißer und roter Farbe. Sie regen die Fantasie an und lassen vielfältige Assoziationen zu. Die Bemalung hat einen stark geometrischen und spröden Charakter. Vertikale- und horizontale Balken treffen zusammen mit rautenförmigen Formen. Durch die Bewegung des Betrachters entstehen optische Überlagerungen, die sich einen Schritt weiter wieder auflösen. Muster irritieren und werfen Fragen auf. Mit der Annäherung des Betrachters an den zentralen Punkt der Perspektive verdichten sich die bemalten Flächen zu Motivgruppen und ermöglicht das Auffinden der Motive.

Am besten gelingt die Auffindung des Beobachtungspunktes durch die Fixierung des mittig angeordneten rautenförmigen Motivs. Ist dieser Punkt exakt eingenommen, können alle Motive als gesamtes Ensemble betrachtet werden. Erkennbar wird nun auch der Zusammenhang der Motive auf einer Höhenachse. Verbunden werden sie durch die mathematischen Symbole, die diese Zeichen zu einer Formel werden lassen. Eine figürliche Silhouette ergänzt das Ensemble und gibt neue Denkanstöße.

Die Symbole, Balken oder Buchstaben sind in ähnlicher Form tradierte, bekannte Wandermarkierungen. Offen bleibt jedoch das Ergebnis der Formelberechnung. Die Deutung oder Auslegung bleibt dem Betrachter überlassen.  

 „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

 

PARABEL:

  • Wir nähern uns schrittweise an, an etwas Unbekanntes, das rätselhaft, abstrakt oder sinnlos wirkt.
  • Wir verändern unsere Standpunkte und ändern Ansichten.
  • Wir suchen nach der zentralen Perspektive und können das Motiv erkennen.
  • So nehmen wir Einsicht und werden vieles verstehen.

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WALDKUNSTPROJEKT

Die Arbeiten „Wabernde Welle", „WALDverWORTUNG" und „WEGZEICHENFORMEL"sind temporäre Baumbemalungen die nur von einem definierten Punkt aus ein Bildmotiv erkennen lassen.

ZIELSETZUNG:

Das Waldkunst-Projekt inspiriert und verändert unsere visuelle Wahrnehmung des Waldes. Sie regt zur Auseinandersetzung mit den natürlichen Zerfallsprozessen und aber auch von menschlichen Eingriffen in die Natur an.

PROZESS UND VORSCHAU:

Das Kunstprojekt ist temporär angelegt, denn der Baumbestand und die Bemalung der Bäume wird sich im Laufe der Zeit auf natürliche Art verändern. Witterungseinflüsse, Jahreszeiten, Licht und Schatten beeinflussen das Erscheinungsbild des Kunstwerkes. Es macht dem Entdecker, wie auch dem wiederkehrenden Besucher Zeit und Vergänglichkeit sichtbar. Diese Wandlung des Kunstwerks kann zurückverfolgt werden, da Bilder des Ursprungszustandes direkt vor Ort via Smartphone dieser Internetseite entnommen werden können. Absprachen mit den Wald-Besitzern haben es ermöglicht menschliche Eingriffe im Bereich des Kunstwerks – z.B. durch Ernte-Maßnahmen - für einen vereinbarten Zeitraum auszusetzen.

FÖRDERER:

Besonderer Dank gilt den Förderern. Durch die bemerkenswerte Kunstförderung  der Stiftung der Sparkasse Hanau wurde das Kunstprojekt im Wald von Oberrodenbach ermöglicht. In der Gemarkung Bad Orb wird die Projekt-Förderung durch die Kreisparkasse Gelnhausen  getragen. Weitere Förderer des Projektes sind Gemeinde Rodenbach sowie die Stadt Bad Orb, der Naturpark Hessischer Spessart und der Main Kinzig Kreis. Dank gilt auch dem Grundstückseigner sowie den zahlreichen ungenannten  Helfern und Unterstützern.


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